Rundwürmer

Die am häufigsten beim Hauskaninchen vorkommenden Rundwürmer sind die Pfriemenschwänze (Passalurus ambiguus).Dieser Parasit erhielt seinen Namen, da die 6-12 mm langen Weibchen ein langes, spitz auslaufendes Hinterende besitzen. Oft verläuft ein Befall mit den im Dickdarm sitzenden Würmern symptomlos und wird erst durch die auf frischen Kotkugeln aufliegenden Würmern bemerkt. Bei starkem Befall treten jedoch Durchfall, Tympanie und Abmagerung auf. Typisch ist der anale Juckreiz, da die weiblichen Würmer zur Eiablage Richtung Anus wandern, um dort ihre Eier abzulegen. Jungtierkaninchen zeigen bereits bei geringem Befall Entwicklungsstörungen. Ältere Tiere sind häufig symptomlose Parasitenreservoire.

Die Infektion erfolgt in der Regel bereits in der Aufzucht. Die mit dem Kot abgelegten Eier sind sehr widerstandsfähig gegen Austrocknung und andere Umwelteinflüsse. Deshalb ist die Ausbreitung in einem Bestand leicht möglich, zumal die Eier mehrere Monate lang infektiös bleiben und leicht mit kontaminiertem Futter, Trinkwasser oder auch mit Staub verbreitet werden. Da die Eier auch mit der Zäkotrophe ausgeschieden werden, trägt die Autoinfektion zur Persistenz im Bestand bei. Daher kommt die Pfriemenschwanz-Infektion in den verschiedensten Haltungsformen, also auch bei Käfighaltung vor.

Pfriemenschwanz-Eier können im Kot oder anhand eines Perianalabstriches (Klebestreifenmethode) nachgewiesen werden.

Eine Elimination der Parasiten in einem Bestand gelingt nur durch eine mehrtägige, oft mehrmals durchzuführende Behandlung aller Kaninchen im Bestand mit z.B. Fenbendazol und gleichzeitiger Optimierung der Hygienemaßnahmen.

Selten beim Hauskaninchen ist der Magenwurm (Graphidium strigosum). Dieser im Magen parasitierende rote Wurm kann bei in Freigehegen gehaltenen Kaninchen vorkommen. Die Kontamination des Geheges mit Wurmeiern erfolgt durch Wildkaninchen. Der ebenfalls selten vorkommende weißlich fadenförmige Trichostrongylus retortaeformis parasitiert im Dünndarm und wird durch kontaminiertes Futter aufgenommen.  Der Nachweis der Parasiteneier erfolgt durch eine Kotprobenuntersuchung. 

Generell sollte Grünfutter, über das die Parasiten in der Regel übertragen werden, nur von Flächen bezogen werden, zu denen Wildkaninchen und Hasen möglichst keinen Zugang haben.