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Futter und Fütterung

Eine ausgewogene und artgerechte Fütterung ist wichtig für die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit, ausreichenden Zahnabrieb und die ungestörte Funktion des Verdauungstraktes.

Hochwertiges Heu – die Basis jeder Futterration

Hier lohnt es sich auch wieder über die natürlichen Fressgewohnheiten von Wildkaninchen nachzudenken. Diese fressen hauptsächlich rohfaserreiche Gräser und Wildkräuter. Daher ist die Basis jeder Futterration qualitativ hochwertiges Heu. Damit wird der Bedarf der Tiere nach ausreichend Rohfaser gestillt. Auch frisches oder gefriergetrocknetes Gras je nach Jahreszeit -  eignen sich als Basis der Futterration. Die Fütterung von Heu und Gras verschafft den Tieren zudem Beschäftigung und verhindert Langeweile. Außerdem fördert es den Zahnabrieb, der für Kaninchen, deren Zähne lebenslang wachsen, wichtig ist.

Vorsicht mit Getreide und handelsüblichen Mischfuttern

Heu und Gras sind reich an Rohfasern und arm an leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Dagegen sind Getreide und Getreideprodukte reich an leicht verdaulichen Kohlenhydraten und für Kaninchen nicht geeignet. Die Kohlenhydrate können das Verdauungssystem des Kaninchens stören und zu Erkrankungen führen, die u.a. mit Durchfall einhergehen. Daher sollten keine handelsüblichen Nagerfutter oder Nagerstangen sowie andere Leckerlis, die Getreide enthalten, verfüttert werden. Auch getreidehaltige Mischfutter sind für Kaninchen ungeeignet, denn einige Tiere sortieren das Futter und fressen dann nur das Getreide aus dem Mischfutter.

Alternativ sollte Pressfutter, das alle wichtigen Inhaltsstoffe für Kaninchen enthält, gefüttert werden. Es sollte den Tieren aber nicht wie Heu zur uneingeschränkten Aufnahme (ad libitum) zur Verfügung gestellt werden. Um Übergewicht zu vermeiden, sollten nur vereinzelt bedarfsgerechte Portionen angeboten werden.

Frischfutter ja, aber in Maßen

Neben dem ständigen Zugang zu Heu und Gras können und sollten die Tiere auch Frischfutter erhalten. Es sollte jedoch nur einen kleinen Teil der Futterration ausmachen. Grundsätzlich sollten die Tiere sich bei einer Futterumstellung immer erst langsam an neues Frischfutter gewöhnen. Kleine Gaben erleichtern es dem Verdauungssystem der Tiere, sich auf das neue Futter einzustellen. Als Frischfutter eignen sich:

  • Broccoli
  • Kohl
  • Mangold
  • Chicoree
  • Endivien
  • Brunnenkresse
  • Petersilie
  • Salat
  • Löwenzahn
  • Mohrrüben

Zugang zu frischem Wasser müssen die Tiere jederzeit haben. Hier eignen sich Trinkflaschen besser als Wassernäpfe, da sie nicht so leicht verschmutzen.

Zweige befriedigen den Nagetrieb

Daneben benötigen die Tiere zur Befriedigung ihres Nagetriebes noch geeignetes Material wie Zweige von Obstbäumen, Birken oder Weiden. Dies fördert auch den Zahnabrieb. Trockenes Brot eignet sich auf Grund des hohen Kohlenhydratanteils nicht als Nagematerial.

Wie sieht eine Ration für ein Kaninchen aus?

Die Basis einer artgerechten und gesundheitsfördernden Fütterung ist qualitativ hochwertiges Heu. Ergänzt wird diese durch Frischfutter und Pressfutter. Getreide und trockenes Brot sind hingegen ungesund für Kaninchen.