Platzbedarf und Lebensraumgestaltung

Kaninchen brauchen ausreichend Platz, damit sie sich artgerecht bewegen und austoben können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie Verhaltensstörungen, Aggressionen und Fettleibigkeit entwickeln.

Zu ihren natürlichen Verhaltensweisen gehört rennen, hüpfen, springen und sich auch aufrecht auf die Hinterbeine zu stellen. Handelsübliche Kaninchenkäfige entsprechen leider dem Platzbedarf der Kaninchen in der Regel nicht.

Optimal ist ein Ruhe- und Aktivbereich

Optimal ist es, wenn der Lebensraum zweigeteilt ist und sich aus einem Ruhebereich und einem Aktivbereich zusammensetzt. Dabei sollte aber bedacht werden, dass der Bewegungsbereich oder auch ein Auslauf während der Hauptaktivitätsphase der Tiere zur Verfügung stehen muss. Kaninchen sind nacht- und dämmerungsaktiv. Deshalb ist ein Auslauf tagsüber nicht unbedingt sinnvoll. Eventuell nutzen sie den Auslauf dann nur, um sich dort auszuruhen.

Grundsätzlich können Kaninchen sowohl in der Wohnung als auch im Außengehege gehalten werden. In beiden Fällen sollte ihnen aber ein Unterschlupf zur Verfügung stehen, in den sie sich zurückziehen können.

Bei der Wohnungshaltung muss zudem daran gedacht werden, dass Kaninchen, die gerne nagen und knabbern, dafür auch Stromkabel benutzen könnten. Die Tiere sollten deshalb keinen Zugang zu Stromkabeln erhalten.

So wird das Kaninchen stubenrein

Die Wohnungshaltung von Kaninchen ist unkompliziert möglich und die Tiere können recht leicht zur Stubenreinheit erzogen werden, da sie zumeist nur an einem Ort urinieren. Dazu wird das Kaninchen zunächst nur in einem kleinen Käfig gehalten und eine kleine Toilette - gefüllt mit alter Zeitung, Stroh oder Kleintiereinstreu - in den Käfig gestellt. So wird das Tier darauf trainiert, die Toilette zu nutzen. Katzenstreu eignet sich nicht für Kaninchen.

Gestaltung des Lebensraums

Bei der weiteren Gestaltung des Lebensraums der Kaninchen sind wieder die Grundverhaltensweisen der Kaninchen zu berücksichtigen. Diese sollten die Tiere unbedingt befriedigen können. Dazu gehört, dass Kaninchen neugierig sind, gerne graben und buddeln. Die Neugier kann befriedigt werden, indem der Lebensraum möglichst abwechslungsreich gestaltet wird. Beispielsweise eignen sich Röhren gut, in die die Tiere hineinkrabbeln können, eine Hütte, die gleichzeitig als Rückzugs- und Aussichtspunkt dient, und auch Äste, an denen sie knabbern können. Die Äste fördern zudem den Abrieb der lebenslang wachsenden Zähne. Dem Grab- und Buddeltrieb kann Rechnung getragen werden, indem ein Behälter mit Sand oder Erde in den Käfig gestellt wird. Auch alte Handtücher können diesen Zweck erfüllen.

Klimabedingungen

Als Umgebungstemperaturen haben sich 15-18°Celsius als optimal herausgestellt. Die Haltung bei niedrigeren Temperaturen - wie bei der Außenhaltung -  ist problemlos möglich, wenn die Tiere sich an diese gewöhnen können. Bei der Außenhaltung müssen dann aber warme und trockene Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Da Kaninchen nicht schwitzen und hecheln können, bedeuten hohe Temperaturen großen Stress für die Tiere. Auch hier gilt, dass bei der Haltung im Außengehege schattige Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein müssen. Selbstverständlich müssen Kaninchen jederzeit Zugang zu frischem Wasser und frischem Heu haben.

Kaninchen brauchen ausreichend Platz, damit sie sich artgerecht bewegen und austoben können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie Verhaltensstörungen, Aggressionen und Fettleibigkeit entwickeln.